Mercutio,

ein Aufschneider, Angeber und Schwätzer. An seinem Tod ist nicht Tybald sondern Romeo Schuld. 

Den Alias habe ich nicht gewählt, weil ich wie Mercutio bin, sondern weil es einfach eine wunderschöne Rolle ist und wie Shakespear selbst einmal sagte, musste er sterben, da er sonst die Hauptperson in diesem schönen Stück geworden wäre.

Ich bin männlich (35 Jahre) und seit 1995 verheiratet. Wir haben damals nach einem Jahr Pillenabsetzung geheiratet weil wir uns ein Kind wünschten, und der festen Überzeugung waren, dass es bald kommen würde.

Nach jahrelangem Sex nach Stundenplan, vier Inseminationen, vier ICSI-Behandlugen wurde schließlich unser Sohn 1999 gesund geboren. Ich will an dieser Stelle nicht von ihm schwärmen aber Euch in Eurem Weg bestärken: Es lohnt sich.

Derzeit versuchen wir ein zweites Kind zu bekommen und haben weitere vier IFV und eine ICSI erfolglos hinter uns. Insgesamt hat sich meine Frau also bereits neun Hormonbehandlungen unterzogen (Kryo war nie möglich).

Seit neuestem versuchen wir es mit 5-Tage-Blastozyten.

In mehreren KIWU-Foren war und bin ich meist stiller Leser. Es gibt nicht mehr viel Dinge, die ich selbst erfragen müsste - richtige Antworten geben meist auch andere. Wenn ich poste, dann unter wechselnden Aliasen, da mir nie etwas daran lag wiedererkannt zu werden und die Anonymität des Internet mich fasziniert. Von unserem Problem wissen nur meine Frau und ich (und tausend Ärzte, Krankenschwestern sowie AOK-Sachbearbeiter).

(ursprünglich stand hier noch wie ich durch Zufall Webmaster dieser Seite wurde - das interessiert jetzt aber nicht mehr)

(29.12.2001)

....  weiter:

Im Jahr 2002 haben wir mit der Kiwu-Behandlung für ein zweite Kind weitergemacht und es kam zu einer Schwangerschaft, die leider nach wenigen Wochen endete. Eine schwere Zeit mit vielen Fragen, vielen Wenn, Warum und Weshalb. Niemand gibt wirklich antworten. Man muss akzeptieren und weiterleben. Es geht. Das liest sich etwas depressiv, soll es aber nicht sein - man denkt halt viel mehr nach als früher.

Am Ende des Jahres dann noch ein erfolgloser, katastrophaler Versuch.

Und jetzt, im Frühjahr 2003, haben wir uns entschlossen es nochmals zu versuchen. Wir sind uns bewusst, dass die Chance gering und die Belastung hoch ist. Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

(10.03.2003)