Hallo, mein Name ist Katja und bin 24. Mein Mann ist 11 Jahre älter als ich. Wir sind seit Juni 2000 verheiratet. Schon vor unserer Hochzeit stand für uns beide fest, dass wir Kinder haben möchten aber dass es nicht einfach sein wird. Seit seinem 19. Lebensjahr weiß man Mann, dass die Qualität seiner Spermien nicht gerade gut ist. Bei einer Leistenbruch OP wurde ein Samenleiter durchtrennt und nicht bemerkt. Die Spermien verlieren beim Bezwingen der Vernarbung an Kraft. Die wenigen die da sind, sind zu langsam und zu schwach. Vom Urologen bekam er erst Tabletten und dann Spritzen, aber am Ergebnis hat es nichts geändert. Eine OP hat man ihm noch angeboten, aber das wollen wir nicht, die Gefahr das hinterher gar nichts mehr geht ist zu groß.

Im letztem Jahr habe ich über drei Monate eine Temperaturkurve geführt. Mit dem Ergebniss: lt. Frauenärztin ok., lt. KiWU-Zentrum ziemlich chaotisch. Weitere Untersuchungen wurden bei uns nicht gemacht.

Im Dezember haben wir uns dazu entschlossen, das Kinderwunschzentrum in Göttingen aufzusuchen, das wurde uns von meiner Frauenärztin empfohlen. Im Januar fand unser erstes Gespräch im KiWu-Zentrum statt. Wir haben uns für die Behandlung entschlossen und sind gerade am 1. ICSI Versuch. Dort wurde erneut ein Spermiogramm erstellt, die Werte haben sich nicht verbessert sind aber auch nicht schlechter geworden. Von der IVF hat man uns abgeraten, weil die Chancen sehr gering wären. Wir sehen dem ganzem mit gemischtem Gefühlen entgegen. Mein Mann zweifelt immer noch etwas, er ist sich nicht sicher ob wir den richtigen Weg gehen. Er hat Angst das es nicht klappt, und findet es ungerecht, das ich das alles machen muß, obwohl es doch an Ihm liegt. Aber für mich gab es nur diesen einen Weg, ich habe auch nicht lange nachgedacht, als er mir sagte, das er Probleme bei der Zeugung eines Babys hat (wir waren gerade 2 Monate zusammen), stand für mich eigentlich schon fest, dass ich bereit bin, alle Möglichkeiten zu nutzen. Ich habe gesagt, das ich jetzt alles versuchen möchte, um später nicht sagen zu müssen hätten wir nicht doch, was wäre wenn ....

Wir sind froh, diesen Weg gegangen zu sein. Nach unserem 2. Termin in der Klinik konnten wir noch in der selben Woche mit der Behandlung beginnen. Ich nahm wieder die Pille. Dann folgte das Spritzen von Decapetyl, Gonal F 75 und zum Auslösen des Eisprungs Pregnesin. Die Behandlung verlief ziemlich reibungslos. Es gab glücklicherweise keine Komplikationen. Hier und da mal ein blauer Fleck. 4 kg Gewichtszunahmen das war eigentlich schon alles.

Am 08. Juni 2001 stand dann die Punktion auf dem Plan. Gleich morgens um 9:00
Uhr fand sie statt. Ziemlich nervös fuhren mein Mann und ich in die Klinik. Er hatte mehr Angst als ich. Ich freute mich total darauf. Denn es ging ja wieder einen Schritt nach vorne. Während ich punktiert wurde, gab mein Mann seine Spermaprobe ab und wartete anschließend ganz ungedultig und voller Ängste darauf, daß ich aufwache. Als ich ihn sah erschrag ich, er war kreidebleich. Mir ging es gut, etwas müde, durstig und hungrig. Eine Zigarette wäre auch nicht schlecht gewesen. Aber ich hatte mir ja vorgenommen, an diesem Tag aufzuhören. So sollte es aber doch nicht sein. Jetzt hieß es, auf auf den Arzt zu warten. Der hatte keine gute Nachricht für uns. Mein Mann mußte eine 2. Spermaprobe abgeben. Die erste war nicht zu gebrauchen. Auch die 2. war nicht so toll. Wir bekamen gesagt, er müsse vor dem nächstem Versuch eine Vitaminkur machen. Genaueres würde er uns noch mitteilen.

Mit vielen schlechten Gedanken ging es nach Hause. Wir sprachen kein Wort miteinander auf der 1 stündigen Heimfahrt. Jeder war zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Dann am Samstag der Anruf in der Klinik. Es hat geklappt, trotz des schlechten Ergebnisses haben sich 2 Eizellen befruchten lassen. Die Hoffnung war wieder da. Am 11. ging es also wieder in die Praxis. Der Transfer stand an. Wir waren ganz begeistert als uns der Arzt ein Ultraschallbild mit den Worten, das könnten mal ihre Babys werden, überreichte. Anhand des Bildes erklärte er uns die Zellteilung. Nach einer guten Stunde ging es dann wieder nach Hause und die Zeit des Wartens, Hoffen und Bangen begann. Am Anfang war ich sehr optimistisch. Ich rauchte an diesem Morgen meine letzte Zigarette und war fest davon überzeugt, schwanger zu werden. Denn so fühlte ich mich ja. Nach ca. 6 Tagen war dise Hoffnung irgendwie weg. Ich zog mal wieder an einer Zigarette, fuhr rad und genoß ein heißes Bad. Denn es hat ja eh nicht geklappt. Auch mein Mann wer sehr pesimistisch eingestellt. Er sagt immer, es kam ja nichts Gescheites raus. Wie soll es denn dann klappen. Ich hatte während der Wartezeit immer wieder ein Ziehen im Unterleib, leichte Rückenschmerzen und übel war mir. Mein Arzt sagte, ich hätte mir wohl den Magen verdorben. Die Unterleibschmerzen, so sagte er, kämen von der Überstimulation der Eierstöcke. Sie waren noch immer etwas verfgrößert. Dies wurde durch das Utrogest noch verstärkt.

Dann endlich, am 25.06., kam der lang ersehnte Schwangerschaftstest. Von meiner Regel war bis dato noch nichts zu sehen. Nachmittags ließ ich mir das Blut abnehmen. Am selben Abend noch sollte ich das Ergebnis mitgeteilt bekommen. Ich hatte Angst vor diesem
Anruf. Mein Mann mußte arbeiten und wollte das Ergebnis auch erst nach Feierabend wissen. Ich rief also um 18:00 Uhr in der Praxis an. Nach langem Warten am Telefon, ich glaubte schon nicht mehr daran, sagte die freundliche Stimme am anderem Ende, herzlichen Glückwunsch, sie sind schwanger. Ich konnte es nicht glauben. Ich sagte ihr, sie solle noch mal nachsehen. Ich bekam eine Gänsehaut, die Tränen liefen. Ich hätte die ganze Welt umarmen können. Aber es war keiner da. Nur mein Schwiegervater und meine Mutter, die gleich danach anrief. Später rief dann doch mein Mann an, er konnte es nicht mehr abwarten. Seine Stimme versagte, als ich ihm am Telefon mit "Hallo Papa" begrüßte. Ich konnte ihn durchs Telefon lachen sehen. Diesen Tag werden wir nie im Leben vergessen. Man kann die Gefühle keinem beschreiben, der es nicht selbst erlebt hat. Es ist der Wahnsinn. Heulen, Lachen, der Streß, die Anspannung der Wartezeit. Die vielen Gedanken, alles prasselt in diesem Moment auf einen nieder.

Ich bin sehr froh, mit Hilfe des Forums diese Zeit durchgestanden zu haben. Jetzt wo die kritischen 3 Monate voller Übelkeit und Müdigkeit überstanden sind, bin ich mir sicher, daß wir es schaffen werden. Auch weiß ich, daß ich es mit Eurer Hilfe auch ein 2. Mal in Angriff nehmen werde. Tausend Dank auch an unseren Webmaster, der uns diese Seite überhaupt ermöglicht.